“Facebook ist tot!” Das habt ihr auf dem ein oder anderen Marketing Blog bestimmt auch schon gelesen. Und seien wir mal ehrlich: Über Facebook neue Kunden zu gewinnen, wird von Jahr zu Jahr schwieriger. Auch ein Blick in Google Trends zeigt, dass Facebook eher auf einem absteigenden Ast ist, während Instagram stark wächst.

Vor allem jüngere Menschen halten sich kaum mehr auf Facebook auf. Was also tun, wenn ihr eurer Produkt einer jungen Zielgruppe verkaufen möchtet? Die Alternative heißt: Instagram. Im Folgenden verraten wir euch, warum Instagram auch für eurer Unternehmen unverzichtbar ist und wie ihr die ersten Schritte auf der Plattform macht.

Warum Instagram eine gute Alternative ist

Mehr als 1 Milliarde Instagram Konten weltweit werden jeden Monat aktiv genutzt, davon folgen 80 % der Konten einem Unternehmen. Große Brands sowie kleine Familienbetriebe haben hierbei eines gemeinsam: Sie verzeichnen mit der Foto-App nachweisbare Erfolge. Instagram Nutzer suchen auf dem Bildnetzwerk täglich nach Bildern und Posts, die sie inspirieren und begeistern. Dazu gehören natürlich auch die Inhalte von Unternehmen.

Besonders die hohe Markenaffinität der Instagram Nutzer spielt eine entscheidende Rolle. Laut einer Studie rufen mehr als 200 Millionen Menschen täglich Instagram Unternehmensprofile auf. Grundsätzlich weisen die Nutzer zudem ein hohes Engagement auf, das sich auch auf Posts von Marken erstreckt. Genau wie bei Facebook habt ihr außerdem die Möglichkeit, Anzeigen zu schalten und durch die verfügbaren Targeting Tools die gesamte Customer-Journey eurer Kunden wirksam zu begleiten.

Instagram für eurer Unternehmen: Die Schritt-für-Schritt Anleitung

Falls ihr Instagram bisher noch gar nicht benutzt ist es jetzt an der Zeit, die App herunterzuladen:

App herunterladen und registrieren

Die Instagram App ladet ihr ganz einfach im App Store (iOS) oder Google Play Store (Android) herunter. Registriert euch dann mit eurer E-Mail-Adresse oder meldet euch über euer Facebook-Konto an.

Unternehmenskonto erstellen

Nun legt ihr euch ein Unternehmenskonto an. Das sieht im Gegensatz zu einem privaten Profil zwar nicht viel anders aus, hat aber dennoch mehrer Vorteile:

  • Kontakt Button, damit man euch direkt eine E-Mail schreiben oder anrufen kann
  • Insights (Statistiken) für dein Profil
  • Die Möglichkeit Werbeanzeigen zu schalten

Habt ihr bereits ein privates Instagram-Profil und möchtet dieses zu einem Unternehmensprofil umwandeln, klickt einfach rechts unten auf euer Profilbild. Im Anschluss klickt ihr oben rechts auf „Einstellungen“ und wählt unter dem Menüpunkt „Konten“ die Option „In Business Profil umwandeln“ aus.

Nun könnt ihr auch schon loslegen!

Instagram für Unternehmen: Nicht ohne die richtige Strategie

Als Erstes steht ihr wahrscheinlich vor der Frage, was ihr überhaupt auf Instagram posten sollt. Vorweg: Instagram ist eine visuelle Plattform! Das äußere Erscheinungsbild eures Accounts spielt also eine entscheidende Rolle. Vielen Unternehmen fehlt ein Konzept; sie posten einfach wild darauf los und verfolgen keine genaue Strategie. Wenn ihr einfach irgendwelche Fotos postet, die gerade zufällig vorhanden sind, werdet ihr aber wahrscheinlich keine Kunden erreichen. Überlegt euch also vorab, welche Ziele ihr mit eurem Instagram Account verfolgen wollt und welche Ressourcen (Zeit, Mitarbeiter, Kosten) zur Verwirklichung dieser Ziele zur Verfügung stehen.

Diese folgenden Tipps solltet ihr euch zu Herzen nehmen:

Verfolgt eine klare Bildsprache

Der Feed ist das Erste, was ein Instagram Nutzer sieht. Genau so wichtig wie gute Headlines bei Blogposts, ist also das visuelle Erscheinungsbild eures Accounts. Denn davon hängt es ab, ob ein (potentieller) Kunde auf eurem Account bleibt, sich die Inhalte anschaut und im besten Falle sogar abonniert. Verfolgt also eine klare Bildsprache (zum Beispiel den gleichen Farbton oder ein immer wiederkehrendes Muster) und ladet nur qualitativ hochwertigen Content hoch. Macht euch schon vorher klar, ob ihr nur Fotos oder auch Grafiken und Zitate posten wollt und ob z.B. eure Unternehmensfarben immer wieder aufgegriffen werden sollen.

Mit einem immer wiederkehrenden Muster schafft ihr auf eurem Account eine klare Bildsprache. Hier wird zum Beispiel die Farbe “gelb” in jedem Foto aufgegriffen.

Nutze die Bildbeschreibung sinnvoll

Neben hochwertigen Bildern spielt auch die Bildbeschreibung (Caption) eurer Beiträge eine wichtige Rolle. Auf keinen Fall solltet ihr diese Möglichkeit auslassen, denn hier habt ihr die Chance, die relevanten Infos zu eurem Foto oder Video zu geben oder eure Follower mit einzubeziehen. Stellt z.B. ab und zu eine Frage in eurem Post und regt so die Interaktion mit eurer Community an oder verlinkt andere (für euch relevante) Nutzer in euren Beiträgen.

Postet regelmäßigen Content

Regelmäßiger Content ist das A&O für euren Erfolg auf Instagram. Ladet deshalb auf jeden Fall regelmäßig Fotos oder Videos hoch und reagiert auf alle Kommentare eurer Follower. Ansonsten kann es passieren, dass Instagram eure Beiträge nicht mehr so gut ausspielt und somit eure Sichtbarkeit sinkt.

Nutzt (die richtigen) Hashtags

Hashtags solltet ihr bei jedem Instagram Post verwenden. Ob ihr sie dabei direkt in den Beitrag packt oder als erstes Kommentar veröffentlicht, ist dabei reine Geschmacksache. Durch Hashtags werden eure Posts gefunden, deshalb solltet ihr den maximalen Umfang von 30 Hashtags auch voll ausschöpfen.

Vorsicht: Postet ihr einen Hashtag mehr kann es passieren, dass der gesamte Text von eurem Post nicht mehr angezeigt wird.

Relevante Hashtags finden

Doch wie findet ihr überhaupt relevante Hashtags für euren Account? Wichtig ist, dass ihr nicht nur auf populäre Hashtags setzt. Denn diese werden bereits millionenfach genutzt und haben deshalb nur eine sehr geringe Halbwertszeit. Eure Beiträge gehen dann viel schneller in der Masse unter und ihr habt kaum eine Chance, überhaupt gesehen zu werden.

Zudem solltet ihr euch überlegen, ob ihr deutsche oder internationale Hashtags verwendet. Internationale Hashtags werden zwar gerne genutzt, führen aber oft dazu, dass ihr auch viele Likes und Kommentare von englischsprachigen Nutzern bekommt. Sind diese Nutzer für eure Zielgruppe relevant?

Wenn ihr ein lokales Unternehmen habt, z.B. eine Bar oder ein Restaurant, solltet ihr auf jeden Fall auch lokale Hashtags verwenden. Recherchiert dabei vorab, welche lokalen Hashtags von der Community eurer Stadt benutzt werden. So benutzt man in Trier z.B. nicht nur #trier, sondern auch #wirsindtrier, #triercity, #trierinnenstadt usw.

Macht Stories und postet Videos

Stories sind eine Aneinanderreihung von kleinen 15-minütigen Videos oder Fotos, die nach 24 Stunden wieder gelöscht werden. Diese werden bei Instagram prominent dargestellt und deshalb gezielter von Usern wahrgenommen. Eure Story könnt ihr mit verschiedenen „Stickern“ (z.B. Ort-Tags, Hashtags, Uhrzeit, Umfragen etc.) versehen und so eure Follower zu mehr Interaktion aufrufen. Im Feed selbst kannst du einminütige Videos hochladen (alles darüber hinaus, wird danach in IGTV angezeigt).

Nutze deine Bio für relevante Links

Die Profilbeschreibung (Bio) ist für Accounts mit weniger als 10.000 Followern die einzige Möglichkeit, Nutzer auf eine Website zu schicken. Den Link in deiner Bio könnt ihr natürlich immer wieder aktualisieren, z.B. um Kunden auf ein aktuelles Event oder Produkt hinzuweisen. Außerdem habt ihr die Möglichkeit mehrere Links in einem zu posten. Dazu eigenen sich Tools wie linktree oder shorby. Wenn ihr mehr als 10.000 Follower erreicht habt, könnt ihr in eure Stories außerdem sogenannte Swipe Up Links einbauen.

Fluch oder Segen: Der Instagram Algorithmus

Wenn ihr euch mit dem Thema Instagram beschäftigt, werdet ihr immer wieder von dem Instagram Algorithmus hören. Doch was ist das überhaupt?

Seit August 2016 werden Fotos in der App nicht mehr chronologisch dargestellt, sondern von Instagram für Nutzer priorisiert. Instagram bewertet jeden euerer Beiträge anhand verschiedener Indikatoren.

Der Algorithmus wertet z.B. aus:

  • mit welchen Beiträgen ein Nutzer bisher häufig interagiert hat.
  • welche Posts von unmittelbaren Kontakten geliked und kommentiert werden.
  • ob ein Post von einem engen Kontakt stammt (also z.B. einem User, mit dem man auch schon häufiger Privatnachrichten geschrieben hat).
  • ob Instagrammer mit vielen Follower vielleicht schon mit dem Beitrag interagieren.

So werden eure Posts gesehen

Wird euer Post oft geliked, gespeichert oder erhält viele Kommentare, wird Instagram signalisiert, dass der Beitrag für viele User interessant ist. Deshalb wird er dann mit hoher Wahrscheinlichkeit besser ausgespielt.

Auch die Verweildauer ist für den Algorithmus ein gutes Zeichen dafür, wie interessant ein Post ist. Erzählt in eurer Caption also eine spannende Geschichten, damit eure Follower diese lesen und somit länger auf eurem Account bleiben. Oder postet ein Video, denn das schaut man sich im Normalfall sowieso länger an, als ein normales Foto.

Die Nutzung neuer Funktionen wird von dem Algorithmus ebenfalls positiv bewertet. Wenn Instagram also neue Features bekanntgibt (z.B: Chat Funktion, Umfrage-Sticker,…), solltet ihr diese auch zeitnah benutzen.

Paid Content: Schaltet Instagram Ads

Natürlich könnt ihr bei Instagram auch Werbeanzeigen schalten – und zwar sowohl in eurem Feed, als auch in der Story. Überlegt euch vorab, wie viele Anzeigen ihr schalten wollt und setzt ein Budget für eure Werbeanzeigen fest. Mit einer sinnvollen Zielgruppenauswahl könnt ihr so eure Beiträge hervorheben und die Reichweite eurer Beiträge erhöhen. Dank der Verknüpfung mit Facebook stehen bei Instagram die gleichen Targeting-Optionen wie für Facebook-Ads zur Verfügung.

Eine Instagram Werbeanzeige im Feed erkennt ihr durch den Zusatz “Gesponsert” unter dem Accountnamen.

#Los geht's

Nun seid ihr an der Reihe: Ladet euch die App herunter oder wandelt euren bestehenden Account jetzt in ein Unternehmenskonto um und fangt an, für eure Zielgruppe relevante Beiträge zu posten und so eure Marke durch Instagram bekannter zu machen.

Unsere 5 Instagram No Go’s findet ihr in diesem Beitrag.